23.11.2011

Akneprobleme sind beherrschbar

Akne gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten, wobei man Akne aber nicht grundsätzlich hat. Normalerweise tritt dieses Problem nur kurze Zeit im Leben auf – häufig bei jungen Menschen. Setzt die Akne erst nach der Pubertät ein, ist ihre Behandlung häufig langwierig.


Akne ist die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Fast jeder Mensch hat schon darunter gelitten – während der Pubertät ist so gut wie jeder mehr oder weniger stark betroffen. Jungen jedoch meist stärker als Mädchen. In letzter Zeit ist zu beobachten, dass die Zahl an Akne erkrankender Erwachsener zunimmt.


Häufigkeit
Akne ist eine krankhafte Veränderung der Talgdrüsen, die sich vor allem im Gesicht, auf der Brust und auf dem Rücken befinden. Abgesehen von wenigen Menschen, bei denen die Akne vererbt wird, verursacht die vermehrte Ausschüttung von Sexualhormonen eine verstärkte Produktion von Talg. Dieser fetthaltige Talg verstopft die Drüsenausführungsgänge (Poren) und es bildet sich ein offener Mitesser (Komedo). Als schwarzer Punkt wird dieser nach außen hin sichtbar.


Ursachen
Das aufgestaute Drüsensekret ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Deshalb kann in der verstopften Talgdrüse besonders leicht eine Entzündung entstehen und zu einer eitrigen Pickelbildung führen. Gleichzeitig verhornen die abgestorbenen Zellen am Porenausgang. Dadurch kann es zur Bildung eines geschlossenen Mitessers kommen. In dem geschlossenen Talgdrüsenkanal siedeln sich spezielle Keime (Propionibakterium acnes) an und starten den Entzündungsprozess, der zum Pickel führt.

Akne kann aber auch durch äußere Faktoren ausgelöst werden. Hierzu zählen Umwelteinflüsse (Klima), beruflicher Umgang mit Ölen, Fetten oder chlorierten Kohlenwasserstoffen, „falsche“ Kosmetika oder innerlich oder äußerlich angewandte Arzneimittel. Bekannt sind die Chlorakne, die Teerakne und die Steroidakne. Die sogenannte Mallorca-Akne wird auf das Zusammenwirken von Sonnenlicht mit den Emulgatoren in Sonnenschutzmitteln oder Hautpflegeprodukten zurückgeführt.


Psychische Auswirkungen
Pickel und Mitesser sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Häufig haben sie enorme Auswirkungen auf die Psyche. Der Hautarzt sollte deshalb bei Hautproblemem frühzeitig zu Rate gezogen werden. Er kann entweder bereits im Frühstadium einen geeigneten Plan für die vorbeugenden Maßnahmen und die Pflege der Haut aufzeigen oder eine wirksame Behandlung einleiten. Dies ist auch deshalb sinnvoll, weil eine schwere Akne zu Narbenbildung führen kann.

Die wesentlichsten Akneformen sind die Acne vulgaris, zu denen die Acne comedonica und Acne papulopustulosa zählen. Kommen tiefe, entzündliche Knoten hinzu, spricht man von einer Acne conglobata. Um sie zu behandeln, kann der Hautarzt aus einer Vielzahl unterschiedlicher moderner Möglichkeiten wählen und diese auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen. Eine Behandlung ist aber nur dann erfolgreich, wenn die Vorschläge befolgt werden und man Vertrauen in seinen Arzt hat. Und vor allem gilt: Jede Aknebehandlung braucht Zeit!


Behandlungsmöglichkeiten
Art und Intensität der Akne bestimmen das Vorgehen bei der Therapie. Der Schweregrad entscheidet zunächst darüber, ob eine rein äußerliche Behandlung oder die Gabe von Tabletten oder Kapseln sinnvoll ist. Äußerlich werden neben den kosmetischen Optionen vor allem Wirkstoffe zur Schälbehandlung der Haut sowie Antibiotika verwendet. Als Stoffe, die von innen wirken, werden für die Aknetherapie vorwiegend Antibiotika, Isotretinoin sowie Hormone verordnet.

Wie lange eine Akne anhält, lässt sich nicht genau sagen. Bei leichten Formen kann sie unbehandelt etwa mit dem fünfundzwanzigsten Lebensjahr aufhören. Meist verschwindet Akne spätestens mit Anfang 30. Man muss aber nicht so lange warten, bis die Akne von selbst aufhört. Durch eine fachgerechte und regelmäßig durchgeführte Behandlung kann die Schwere der Akne nämlich deutlich herabgesetzt und eine Narbenbildung verhindert werden. Akne ist eine schwere Hauterkrankung. Aber mit der Unterstützung Ihres Dermatologen kann sie gut beherrscht werden.


Aknetherapie
Eine fachgerechte Entfernung von Komedonen und Entleerung von Eiterpickeln (Pusteln) kann das Krankheitsbild der Akne deutlich verbessern. Durch eine Schältherapie werden Hornpfröpfchen im Talgdrüsenausführungsgang aufgelöst. Komedonen werden entfernt und ihre Neubildung verhindert. Zur Schälbehandlung eignen sich folgende Wirkstoffe: Vitamin-A-Säure bewirkt eine Auflockerung und vermindert die Aneinanderhaftung der Hornzellen. Geschlossene Komedonen öffnen sich und stoßen ihren Hornpfropf ab. Unter Anwendung von Benzoylperoxid kommt es zu einer Auflockerung des Hornpfropfes und einer Verkleinerung der Talgdrüsen. Neben seiner komdoly-tischen Wirkung hat es auch einen keimtötenden (antimikrobiellen) und reduzierenden (antiseborrhoischen) Effekt. Azelainsäure hat eine schälende und antiseborrhoische Wirkung. Weiterhin wirkt sie antibakteriell. Isotretinoin hat der Vitamin-A-Säure entsprechende Wirkungen, soll aber weniger hautreizend wirken. Adapalen ist eine Vitamin-A-Säure ähnliche Substanz mit zusätzlich antientzündlichen Eigenschaften. Bei der äußerlichen antibiotischen Behandlung steht Erythromycin ganz im Vordergrund. Es wirkt entzündungshemmend und bakteriostatisch gegenüber Keimen. Bei starken Formen der Acne papulopustulosa und bei der Acne conglobata sind auch innerlich Antibiotika anzuwenden. Bewährt hat sich vor allem der Wirkstoff Tetracyclin. Bei schweren Formen der Akne kann auch innerlich mit Isotretinoin behandelt werden. Auch eine Behandlung mit Homonen ist möglich.


Hautreinigung und -pflege
Dunkle Mitesser sind keine verschmutzten Poren. Die Färbung wird durch den Hautfarbstoff Melanin verursacht. Waschen hat deshalb keinen Einfluss auf die eigentliche Akne. Dadurch wird das Hautfett lediglich oberflächlich entfernt. Der Sekretstau und die Entzündung bleiben davon unbeeinflusst. Trotzdem ist die Reinigung wichtig. Sie sollte mit Hilfe milder Syndets erfolgen. In der Apotheke sind verschiedene Wasch-Suspensionen mit dem Wirkstoff Benzylperoxid erhältlich. Dieser entfaltet seine Wirkung auch innerhalb der Talgdrüse. Damit kann man schon während der Reinigung etwas gegen die Akne tun.

Auf keinen Fall sollte man an seinen Mitessern und Pickeln herumdrücken oder quetschen. Dadurch können nicht nur hässliche Hautverfärbungen und Narben entstehen. Vielmehr können sich in der geschädigten Haut Krankheitserreger leichter ausbreiten und die Akne noch verstärken. Wer Mitesser loswerden möchte, sollte eine fachgerechte Komedonenreinigung bei einer Kosmetikerin durchführen lassen.
 



© 2017 | Privatärztliche und Selbstzahler-Praxis Dr. Thomas Führer & Kollegen | Facharztpraxis für Hautkrankheiten und Allergologie
Dr. med. Thomas Führer | Dr. med. Pia Huber* | Dr. med. Mogan Mahloudjian* | Dr. med. Stefan Cebulla*

*Ärzte in Anstellung

Wellersburgring 20  •  35396 Gießen-Wieseck  •  fon: 0641 –  97 25 89-0  •  fax  0641 - 97 25 89 - 29
mail: praxis@hautaerzte-giessen.de


TOP

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte, Funktionen und Anzeigen personalisieren zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.
Bitte treffen Sie Ihre Auswahl, um den Funktions-Umfang unserer Cookie-Technik zu bestimmen. Weitere Informationen zu Cookies finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.