Diagnostik und Therapie von Allergien

Unsere Haut steckt voller Abwehrzellen und ist darum eine unserer wichtigsten Barrieren der Umwelt gegenüber. Kein Wunder also, dass sie hochsensibel auf die verschiedensten Allergene ansprechen kann – sowohl durch die direkte Berührung als auch durch Allergene, die beispielsweise durch Nahrung in den Körper gelangen. Typische Beschwerden sind Juckreiz, Rötung, Ausschläge (Exantheme) oder sogar Quaddeln (Urtikaria).

Sofort-Typ

Wenn Sie schnell und heftig auf potentielle Reizstoffe reagieren, sind Sie ein sogenannter Soforttyp und befinden sich damit in umfangreicher Gesellschaft – denn ungefähr 90 Prozent aller Allergien sind Allergien vom Soforttyp: Die Symptome treten wenige Minuten bis Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf und äußern sich beispielsweise als Hautausschlag oder Asthma oder im Extremfall auch als anaphylaktischer Schock mit Stillstand von Atem und Kreislauf. Die bekanntesten allergischen Erkrankungen sind beispielsweise Heuschnupfen, allergisches Asthma und auch Allergien auf Tierhaare, Insektenstiche oder bestimmte Lebensmittel.

Hyposensibilisierungsbehandlung

Bei manchen Fällen von Allergien werden wir Ihnen eine Hyposensibilisierung vorschlagen: Diese Desensibilisierung, die auch als Immuntherapie oder Allergieimpfung bezeichnet wird, ist derzeit die einzige bewährte Behandlungsform, die an der Ursache der Allergie ansetzt. Unter strenger ärztlicher Aufsicht bekommt der Allergiker dabei über mindestens drei Jahre hinweg eine bestimmte Menge "seines" Allergens, das die allergische Reaktion auslöst, in allmählich ansteigender Dosis unter die Haut gespritzt. Auf diese Weise wird der Körper langsam an die eigentlich harmlosen Stoffe, auf die er überreagiert, gewöhnt. Er kann nach und nach Antikörper bilden, die den Organismus dann mehr und mehr vor dem Allergen schützen.

Für eine Hyposensibilisierung stehen im Moment verschiedene Vorgehensweisen zur Verfügung: Zum einen ist das die klassische Hyposensibilisierung, die Injektionen für alle oben genannten Allergieformen ganzjährig in regelmäßigen Abständen über drei bis fünf Jahre vorsieht. Daneben gibt es die Kurzzeit-Hyposensibilisierung, die Injektionen insbesondere gegen Pollenallergien beinhaltet: In diesem Fall erhalten Sie – wiederum über drei bis fünf Jahre hinweg – sieben Injektionen immer nur einige Monate vor der Pollenflugzeit. Die dritte der gängigsten Möglichkeiten einer Desensibilisierung ist die sublinguale Hyposensibilisierung: Hierbei werden wässrige Allergenkonzentrate unter die Zunge gebracht (sublingual) und von der Zungenschleimhaut aufgenommen. Wegen der Einfachheit der Anwendung ist diese Form der Desensibilisierung besonders für Kinder geeignet, wobei ihre Wirksamkeit im Vergleich zu den Injektionen noch nicht hinreichend bewiesen ist.

A propos Erfolgschancen: Gute bis sehr gute Ergebnisse werden mit der Immuntherapie bei folgenden Allergien erreicht, wobei die Chancen umso besser stehen, je früher eine solche Behandlung startet - gegen Pollen (Heuschnupfen), Hausstaubmilben und gegen Insektenstiche.


Kontaktallergien

Hierin zusammengefasst sind solche Allergien, die durch direkte Berührung des Allergens mit der Haut oder Schleimhaut ausgelöst werden. Dabei entstehen im Erstkontakt meist noch keine Reaktionen, der Organismus wird lediglich sensibilisiert. Erst bei erneuter Berührung mit dem Stoff kommt es zu einer allergischen Reaktion, die das Immunsystem der Haut aktiviert. Um das Allergen abzuwehren, beginnt hier dann eine Entzündungsreaktion. Typischerweise tritt diese allergische Antwort bei einer Kontaktallergie sehr klar begrenzt nur an den Hautstellen auf, die in direktem Kontakt mit dem Allergen standen.




© 2017 | Privatärztliche und Selbstzahler-Praxis Dr. Thomas Führer & Kollegen | Fachärzte für Hautkrankheiten und Allergologie
Dr. med. Thomas Führer | Dr. med. Pia Huber* | Dr. med. Mogan Mahloudjian*

*Ärzte in Anstellung

Wellersburgring 20  •  35396 Gießen-Wieseck  •  fon: 0641 –  97 25 89-0  •  fax  0641 - 97 25 89 - 29
mail: praxis@hautaerzte-giessen.de


TOP