25.11.2011

Hyposensibilisierung: Das Immunsystem überlisten

Alle Menschen lieben die warmen Jahreszeiten. Wirklich alle? Mindestens jeder fünfte sieht ihnen mit sehr gemischten Gefühlen entgegen.

Es handelt sich um die Allergiker, für die diese Jahreszeiten eine erhebliche Beeinträchtigung ihres Allgemeinbefindens bedeuten. Die ganze Blütenpracht bringt für sie lediglich Heuschnupfen, Bindehautentzündung oder Bronchialasthma. Die moderne Medizin kennt jedoch Möglichkeiten, Allergien zu behandeln.

 

Abwehrreaktionen
Das körperliche Abwehrsystem bewertet jede Substanz, die in unseren Körper dringt, als schädlich oder unschädlich. Wenn diese Substanz als schädlich eingestuft wird, werden spezielle Antikörper gebildet, die diese Substanz bekämpfen sollen. Eine solche Abwehr bemerken wir manchmal als Entzündung oder Fieber.

Eine Substanz, gegen die von der Abwehr Antikörper gebildet werden, bezeichnet man als Antigen. Das Abwehrsystem speichert alle Informationen über schädliche und unschädliche Substanzen, so dass im Falle eines Falles sofort die besonderen Antikörper bereit stehen. Dies ist z.B. der Grund dafür, dass wir gegen viele Krankheiten immun werden, wenn wir sie einmal gehabt haben. Doch unser Abwehrsystem ist leider in seinen Leistungen nicht unfehlbar. Daher kann es vorkommen, dass es Substanzen, die eigentlich keine Gefahr für den Körper darstellen, als besonders gefährlich eingestuft und auf sie mit großer Heftigkeit reagiert.

Entstehung von Allergien
Eine derartige Reaktion bezeichnet man als Allergie. Den Kontakt mir dem Allergen zu vermeiden, ist nicht ganz einfach, manchmal gar unmöglich. Wer beispielsweise gegen Pollen allergisch ist, hat nur geringe Chancen, dem Allergen aus dem Wege zu gehen. Und die Behandlung der Symptome mit Medikamenten ist für die Mehrzahl der Allergiker auf Dauer unbefriedigend, weil nur die Symptomatik, nicht aber an der Ursache der Erkrankung etwas geändert wird. Gerade wenn es sich bei dem Allergen um Blütenpollen handelt, ist es nur selten vollständig möglich, den Kontakt zu meiden. Es besteht aber die Möglichkeit, das Abwehrsystem langsam an das Allergen zu gewöhnen.

Behandlungsmöglichkeiten
Dieses Behandlungsverfahren nennt man in der Medizin „Hyposensibilisierung“. Die gezielte Hyposensibilisierung ist die einzige Behandlung mit nachgewiesen dauerhaftem Erfolg. Bei exakter Diagnostik, genauer Therapieanleitung und guter Mitarbeit des Allergikers werden Therapieerfolge von 80 bis 90 Prozent erzielt. Ein wirklich erstaunliches Ergebnis. Dies ist vor allem bedeutsam, weil unbehandelte Allergien oft auch zu Organschäden führen können.

Nach einer Behandlungsdauer von zwei bis drei Jahren mit der Hyposensibilisierung ist diese Gefahr gebannt. Und die Lebensqualität, besonders bei Pollenflug, ist erheblich gesteigert.

Wirkungsweise
Beim Therapiekonzept der Hyposensibilisierung wird das Immunsystem mit den krankmachenden Allergenen ganz sacht und langsam konfrontiert. Nach einiger Zeit stellt sich dann eine Gewöhnung ein. Das Allergen wird vom Immunsystem nicht mehr als gefährlich und fremd angesehen. Dieser gewünschte Effekt wird durch Injektionen gereinigter Naturextrakte in den Oberarm oder durch die morgendliche Gabe dieser Extrakte unter die Zunge erreicht. Letzteres kann problemlos auch zu Hause durchgeführt werden. Die Dosierung wird in beiden Fällen schrittweise erhöht. Damit versucht man, die Bereitschaft des Abwehrsystems. mit einer überschießenden Reaktion auf das Allergen zu reagieren, zu verringern bzw. auszuschalten.

Behandlungserfolg
Der Behandlungserfolg hängt dabei von der Reaktion des Abwehrsystems, aber auch von der Bereitschaft des Patienten ab, regelmäßig diese Injektionen zu erhalten bzw. das Allergen oral einzunehmen. Weitere Einzelheiten werden je nach Allergisierung individuell besprochen.

Das Beispiel der Hyposensibilisierung zeigt, dass in den allermeisten Fällen die Lebensqualität von Allergikern deutlich verbessert werden kann. Die Schlüsselrolle dabei spielen eine sorgfältige Diagnostik und ein gezieltes, gemeinsam mit dem Allergologen erarbeitetes und streng verfolgtes Therapiekonzept.



© 2017 | Privatärztliche und Selbstzahler-Praxis Dr. Thomas Führer & Kollegen | Facharztpraxis für Hautkrankheiten und Allergologie
Dr. med. Thomas Führer | Dr. med. Pia Huber* | Dr. med. Mogan Mahloudjian* | Dr. med. Stefan Cebulla*

*Ärzte in Anstellung

Wellersburgring 20  •  35396 Gießen-Wieseck  •  fon: 0641 –  97 25 89-0  •  fax  0641 - 97 25 89 - 29
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